Kategorien
Bettwanzen ABC Was hilft wirklich?

Bettwanzen bekämpfen

Es gibt eine Vielzahl an Bekämpfungsmaßnahmen gegen Bettwanzen. Im Folgenden werden die einzelnen Maßnahmen gegen Bettwanzen kurz im Überblick vorgestellt. Es empfiehlt sich grundsätzlich auf mehrere Maßnahmen gemeinsam zurückzugreifen, um dadurch einen ganzheitlichen Erfolg zu erzielen und die Bettwanzen auf verschiedenen Ebenen anzugreifen.

Mechanische Bekämpfung von Bettwanzen

Kieselgur

Ausgestreuter feiner Kieselgur ist geeignet Bettwanzen abzutöten, die darüber laufen. Denn dieser wirkt wie winzige Glasscherben, die den Körper der Bettwanze durchbohren, wodurch diese langsam dehydrieren und nach wenigen Tagen sterben.

Kieselgur sollte stets als flankierende Maßnahme in den bevorzugten Verstecken der Bettwanzen, insbesondere hinter Fußleisten, in Dehnungsfugen, in Wandöffnungen Heizungsrohren und elektrischen Leitungen hinter Verblendungen ausgebracht werden.

Dampfreiniger

Mit dem Dampfreiniger kann schnell, präzise und wirksam gegen Bettwanzen vorgegangen werden. Mit dem Dampf gelingt es Bettwanzen auch in unzugänglichen, hinteren Bereichen zu erreichen. Die Dampfbehandlung ist zudem besonders wirksam, da sie geeignet ist Bettwanzen in allen Stadien abzutöten. Selbst Eier der Bettwanzen können dem heißen Dampf im Gegensatz zu den meisten handelsüblichen Giften nicht standhalten. Am Austrittspunkt wird Trockendampf von bis zu 180°C eingesetzt, womit eine Temperatur von 80°C im zu behandelnden Bereich gewährleistet wird.

Textilien waschen

Bei einem heißen Waschvorgang von mindestens 45 Grad Celsius denaturieren Bettwanzen in sämtlichen Stadien inklusive der Eier und sterben ab. Auch bei kalter Wäsche ertrinken Bettwanzen, die Eier werden dadurch jedoch nicht beschädigt.


Chemische Mittel

Bei einer Bettwanzenbekämpfung haben sich vor allem Kontaktinsektizide mit Langzeitwirkung (Residualwirkung) als effektiv erwiesen. Diese Produkte enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethoide (z. B. Alphacypermethrin, Permethrin), Carbamate (z. B. Bendiocarb) und Pyrrole (z. B. Chlorfenapyr). Die Wirkstoffe werden auf Grund des Auftretens von Resistenzen auch kombiniert. Der verbreitete Einsatz der Wirkstoffe der Klasse der Pyrethroide, hat dazu geführt, dass Bettwanzen in vielen Ländern, wie USA und Australien bereits Resistenzen entwickelt haben. Die Ausprägung der Resistenzen ist in Deutschland jedoch noch nicht entsprechend fortgeschritten


Bettwanzen mit Hitze bekämpfen

Sämtliche Bettwanzenstadien sowie die Eier sterben ab einer Temperatur von etwa 45 Grad Celsius ab. Dies liegt an der natürlichen Denaturierung. Ab 45 Grad Celsius brechen die Stoffwechselvorgänge der Bettwanzen zusammen und sie sterben.


Bettwanzen mit Kälte bekämpfen

Befallende Gegenstände können bei unter -18 Grad Celsius drei Tage in der Gefriertruhe gelagert werden. Sie sind vorher aber in eine verschlossene Plastiktüte verpacken, damit die Wanzen nicht fliehen können. Bei dieser Methode werden sämtliche Bettwanzenstadien inklusive der Eier sicher abgetötet.


Kammerjägereinsatz

Professionelle Wärmeentwesung

Eine professionelle Wärmeentwesung dauert etwa 2 Tage und ist komplett giftfrei. Die Behandlung erreicht alle Entwicklungsstadien, vom Ei über Nymphen bis zur erwachsenen Wanze, sodass bereits mit einer einmaligen Behandlung der komplette Befall vernichtet werden kann.

Chemischer Sprüheinsatz

Die chemische Bekämpfung von Bettwanzen erfolgt durch den Kammerjäger mithilfe von insektiziden Spritzmitteln und Nebelpräparaten.

Dabei werden alle möglichen Verstecke in den befallenen Räumen behandelt. Verstecke in den Bettgestellen werden häufig mit einem Spritzmittel besprüht, das einen Wirkstoff mit niedrigem Dampfdruck enthält, der nicht in die Raumluft diffundiert. Sämtliche Möbel müssen flächendeckend besprüht werden. Um das Bett sollte eine Barrierebehandlung erfolgen.

Alle potenziellen Verstecke sind sorgfältig mit einem Residualmittel zu behandeln, das über einen langen Zeitraum (etwa 6 Wochen) wirksam bleibt.

Icon made by Freepik from www.flaticon.com